Dimasheq – Damaskus Nachrichten
Eine Delegation der Stiftung Damaskus für Kultur, Denken und Kunst traf sich mit dem Vorsitzenden der Nationalen Behörde für Übergangsjustiz, Brigadegeneral Abdul Basit Abdul Latif, am Sitz der Behörde in Damaskus. Das Treffen fand im Rahmen der Stärkung der Zusammenarbeit und Koordination zwischen nationalen Institutionen statt, um den Prozess der Übergangsjustiz zu unterstützen sowie die Werte des Dialogs und der gesellschaftlichen Versöhnung zu festigen.
Während des Treffens wurden verschiedene Themen zur Rolle von Kultur, Denken und Kunst bei der Unterstützung des Übergangsjustizprozesses erörtert. Dabei wurde die Bedeutung kultureller Arbeit für die Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins, die Stärkung der Bürgerwerte, den Erhalt des nationalen Gedächtnisses sowie den Beitrag zu sozialem Frieden und zum Aufbau einer Zukunft auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit hervorgehoben.
Beide Seiten besprachen außerdem Möglichkeiten einer gemeinsamen Zusammenarbeit bei der Umsetzung kultureller und intellektueller Programme und Veranstaltungen, die die Bedeutung der Übergangsjustiz hervorheben und Kulturschaffenden, Künstlern sowie Wissenschaftlern die Möglichkeit geben sollen, die Arbeit der Behörde durch Seminare, Foren und Aufklärungsprogramme für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu unterstützen.
Der Vorsitzende der Nationalen Behörde für Übergangsjustiz betonte die Bedeutung der Partnerschaft mit kulturellen und intellektuellen Institutionen als wesentliche Akteure bei der Verbreitung einer Kultur der Gerechtigkeit und der Förderung gesellschaftlicher Versöhnung. Er erklärte, dass der Erfolg der Übergangsjustiz das Zusammenwirken staatlicher, zivilgesellschaftlicher und kultureller Institutionen voraussetze.
Die Delegation der Stiftung Damaskus für Kultur, Denken und Kunst würdigte ihrerseits die Rolle der Behörde in dieser Phase und bekräftigte ihre Bereitschaft, ihre kulturellen, intellektuellen und künstlerischen Kompetenzen zur Unterstützung nationaler Initiativen einzusetzen, die den gesellschaftlichen Dialog sowie eine Kultur des Friedens und der Gerechtigkeit fördern und damit den Hoffnungen der Syrerinnen und Syrer auf eine stabilere und geeintere Zukunft entsprechen.
Brigadegeneral Abdul Basit Abdul Latif erklärte zudem, dass die Übergangsjustiz breite Partnerschaften mit kulturellen, intellektuellen und künstlerischen Institutionen sowie ein tiefes gesellschaftliches Bewusstsein und einen verbindenden nationalen Diskurs benötige, der Dialog und Teilhabe ermögliche. Die Behörde betrachte Kultur als aktiven Partner bei der Vermittlung von Gerechtigkeitswerten, dem Schutz der Würde der Opfer, der Stärkung des Vertrauens zwischen den Syrerinnen und Syrern sowie der Unterstützung eines nationalen Weges, der auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit beruhe.
Im Anschluss an das Treffen erklärte Ibrahim Al-Jabin, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Damaskus, dass dieses Treffen den Weg für eine praktische nationale Partnerschaft zwischen kultureller Arbeit und dem Prozess der Übergangsjustiz ebne. Kultur sei ein grundlegender Pfeiler für die Wiederherstellung des syrischen kollektiven Gedächtnisses, die Erweiterung des gesellschaftlichen Dialogs und die verantwortungsvolle Aufarbeitung der Vergangenheit mit dem Blick auf eine gerechtere und stabilere Zukunft. Zudem stellte er fest, dass die Stiftung ihre Erfahrungen in den Bereichen Denken, Kunst, Medien sowie Dokumentar- und Spielfilm in den Dienst von Initiativen stelle, die das nationale Gedächtnis bewahren sowie Gerechtigkeit, Versöhnung und sozialen Frieden fördern.
Al-Jabin verwies außerdem auf das Theaterstück „Generalprobe zum Tag des Gerichts“ (Brawat Yawm al-Hisab), das von der Damaskus-Theatergruppe unter der Schirmherrschaft des Kulturministeriums aufgeführt wurde. Dieses Werk sei ein praktisches Beispiel dafür, wie Kunst grundlegende gesellschaftliche Fragen aufwerfen und die öffentliche Diskussion über Erinnerung, Gerechtigkeit und das Schicksal der Opfer anregen könne. Das Stück habe in den syrischen Theater- und Kulturkreisen große Aufmerksamkeit und intensive Debatten ausgelöst und damit den Bedarf an mutigen künstlerischen Werken unterstrichen, die sich mit den tiefgreifenden Fragen der Gesellschaft auseinandersetzen. Er fügte hinzu, dass das Kulturministerium daran arbeite, das Stück erneut in Damaskus und Aleppo aufzuführen, um seine gesellschaftliche Wirkung weiter auszubauen.
Dr. Mumtaz Al-Sheikh, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Damaskus für Kultur, Denken und Kunst, erklärte seinerseits, dass die gegenwärtige Phase den kulturellen Institutionen eine moralische und nationale Verantwortung auferlege, sich mit den Anliegen der Syrerinnen und Syrer auseinanderzusetzen – insbesondere mit Fragen der Erinnerung, der Opfer, der Inhaftierten, der Vermissten, der Frauen und benachteiligter Gruppen. Kunst und Denken seien in der Lage, das syrische Leid in Erkenntnis, Bewusstsein und einen Raum der Begegnung zu verwandeln. Die Stiftung setze sich deshalb mit ihren Programmen, Plattformen sowie dokumentarischen und dramatischen Produktionen dafür ein, einen kulturellen Diskurs zu fördern, der den Opfern und dem Einsatz der Syrer gerecht werde und ihr Recht auf Gerechtigkeit und eine bessere Zukunft unterstütze.








