Dimasheq – Sonderbericht
Der Politikanalyst Rami al-Schaer, der den politischen Entscheidungskreisen in Moskau nahesteht, erklärte, dass „niemand auf einen Bruch in den syrisch-russischen Beziehungen setzen kann“. Er betonte, dass diese Beziehungen „historisch“ seien und sich auf verschiedene Bereiche erstreckten, insbesondere auf die wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit.
Im Gespräch mit Dimasheq erklärte al-Schaer, dass die gegenwärtige Phase gewisse Anpassungen in der Gestaltung der Beziehungen zwischen Damaskus und Moskau erfordere, die den Bedürfnissen beider Länder Rechnung tragen. Die derzeitige syrische Führung habe mehrere Gespräche und Konsultationen mit den zuständigen russischen Stellen geführt, um neue Verständigungen zu erreichen, die eine „Wiederbelebung der Zusammenarbeit“ zwischen beiden Seiten ermöglichen sollen, insbesondere im militärischen Bereich.
Er fügte hinzu, dass sich die Gespräche mit den Bedürfnissen Syriens beim Wiederaufbau und der Neuorganisation der syrischen Armee befassen. Dazu gehörten die Lieferung der erforderlichen Waffen, Ausrüstung und Ausstattung sowie die notwendige technische Unterstützung, militärische Zusammenarbeit und Ausbildung.
Al-Schaer wies darauf hin, dass die Verständigungen zwischen beiden Seiten auch die weitere Nutzung der syrischen Küste und des syrischen Luftraums durch Russland für logistische Zwecke umfassen. Dies solle den Bedürfnissen der russischen Flotte im Mittelmeer Rechnung tragen. Die Vertiefung dieser Verständigungen sei Teil einer Neuordnung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, die ihren gemeinsamen Interessen dienen solle.
Im diplomatischen Bereich erklärte al-Schaer, die russische Führung habe vor wenigen Tagen einen neuen Botschafter für Syrien ernannt. Dieser verfüge über umfangreiche Erfahrung und eine langjährige diplomatische Laufbahn und habe bereits mehrere Jahre in Syrien gearbeitet. Nach Einschätzung al-Schaers spiegele dieser Schritt Moskaus Interesse wider, das hohe Niveau der Beziehungen zu Damaskus aufrechtzuerhalten.
Er fügte hinzu, dass auch Syrien seinerseits die Ernennung eines neuen Botschafters in Moskau vorbereite. Die Führung in Damaskus prüfe derzeit die Namen der Kandidaten für dieses Amt.
Al-Schaer betonte, dass die jüngsten Entwicklungen keinen Rückgang der syrisch-russischen Beziehungen bedeuteten. Vielmehr spiegelten sie, so seine Einschätzung, eine Phase der Neuordnung und Neustrukturierung dieser Beziehungen wider, die an die Veränderungen angepasst werden müsse, die Syrien durchlaufen habe. Gleichzeitig solle der Kern der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern erhalten bleiben.
Al-Schaer hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die militärischen Kontakte zwischen Moskau und Damaskus seit dem Amtsantritt der neuen syrischen Führung nicht abgerissen seien. Russland habe seine Bereitschaft bekundet, Syrien beim Wiederaufbau seiner militärischen Fähigkeiten zu unterstützen. Parallel dazu würden die Gespräche über die Zukunft der russischen Präsenz an der syrischen Küste sowie über die logistische und militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern fortgesetzt.







