Dimasheq
Die Stiftung Damaskus für Kultur, Denken, Kunst und Entwicklung hat ihre Solidarität mit den irakischen Dichtern Dr. Waleed Al-Sarraff und Khaled Al-Hassan bekundet. Beide waren nach ihrer Teilnahme am ersten Internationalen Damaskus-Festival für arabische Dichtung, das Anfang August vom syrischen Kulturministerium veranstaltet wurde, einer Welle von Kritik und Drohungen ausgesetzt.
In einer am Freitag, dem 14. August, in Damaskus veröffentlichten Erklärung teilte die Stiftung mit, dass die beiden Dichter aufgrund ihrer Teilnahme am Festival einer „sektiererischen Kampagne“ ausgesetzt seien. Die Annahme der Einladung, in Damaskus Gedichte vorzutragen, bezeichnete sie als „ehrenvolle Handlung für jeden, der die Stadt besucht“. Zugleich betonte sie, dass die syrische Hauptstadt „die Hauptstadt der Araber und das Zuhause der gesamten arabischen Kultur war und bleiben wird“.
Die Erklärung wies darauf hin, dass in den vergangenen Tagen ähnliche Kampagnen gegen jemenitische Dichter gerichtet worden seien, die an Veranstaltungen des Festivals teilgenommen hatten. Die Stiftung wertete diese Kampagnen als Teil von Aktionen, die sich gegen Syrien, seine Erfahrungen und seine Kultur richteten.
Die Stiftung Damaskus machte die irakische Regierung sowie die staatlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen im Irak für die Sicherheit und Unversehrtheit von Al-Sarraff und Al-Hassan verantwortlich. Sie forderte dazu auf, „jeden in die Schranken zu weisen, der sie angreift oder ihnen Drohungen zukommen lässt“, und ihr Recht auf die Äußerung ihrer persönlichen Ansichten und Positionen zu respektieren.
Die beiden Dichter waren nach ihrer Teilnahme an den im Rahmen des Internationalen Damaskus-Festivals für arabische Dichtung veranstalteten Poesieabenden einer umfangreichen Kampagne in den sozialen Medien ausgesetzt.
Besonders gegen Khaled Al-Hassan, den Vorsitzenden des Poesieklubs im Verband der irakischen Schriftsteller, verschärfte sich die Kampagne, nachdem er während des Festivals ein Gedicht vorgetragen hatte, das kritische Anspielungen enthielt, die als Ablehnung der iranischen Einmischung in irakische Angelegenheiten verstanden wurden. Dies löste empörte Reaktionen bei Accounts und Persönlichkeiten aus, die den iranischen Einfluss im Irak unterstützen. Anschließend weitete sich die Kampagne auch auf Dr. Waleed Al-Sarraff aus.
Einige Kritiker verbreiteten zudem aus dem Gedicht herausgelöste Verse und versahen sie mit politischen und weltanschaulichen Deutungen. Damit wurde versucht, die kulturelle Teilnahme der beiden Dichter in Damaskus mit politischen Positionen zu verknüpfen und das Festival zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen und Aufstachelung zu machen.
Al-Hassan und Al-Sarraff zählen zu den bekannten Namen der irakischen und arabischen Dichterszene. Beide haben bereits an zahlreichen kulturellen Festivals und literarischen Veranstaltungen im Irak und im Ausland teilgenommen, darunter am Internationalen Forum für arabische Dichtung in Mossul. Zudem nahmen sie an der 19. Ausgabe der Veranstaltungen der Abdulaziz Saud Al-Babtain Cultural Foundation teil.
Die gegen die beiden Dichter gerichtete Kampagne nach ihrer Teilnahme an einem Kulturfestival in Damaskus rückt erneut die Debatte über die Grenzen zwischen literarischem Ausdruck und politischen Positionen in den Mittelpunkt – insbesondere dann, wenn ein Gedicht kritische Ansichten zu kontroversen Themen enthält.
Die Stiftung Damaskus betrachtet die Angriffe auf die beiden Dichter aufgrund ihrer Teilnahme an einer kulturellen Veranstaltung oder aufgrund der in einem Gedicht geäußerten Ansichten und Positionen als Einschränkung der Meinungsfreiheit und der kulturellen Arbeit. Sie bekräftigte ihre Solidarität mit beiden Dichtern und forderte, ihre Sicherheit zu gewährleisten und die gegen sie gerichteten Drohungen zu beenden.





