Dimasheq
Im Rahmen einer Initiative zum Schutz des syrischen künstlerischen Erbes und zur Bewahrung des Andenkens seiner bedeutendsten Vertreter hat Kulturminister Mohammed Yasin Al-Saleh die Restaurierung des Ateliers des verstorbenen syrischen Malers Fateh al-Moudarres in Damaskus angeordnet. Das Vorhaben fällt mit seinem Todestag zusammen und ist Teil des nationalen Projekts „Restaurierung des syrischen bildnerischen Gedächtnisses“.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Damaskus-Stiftung für Kultur, Denken, Kunst und Entwicklung unter der Leitung des Künstlers Khaled Al-Attar umgesetzt. Ziel ist es, Ateliers, Sammlungen und kreative Räume bedeutender syrischer Künstler zu erhalten, sie als Teil des nationalen kulturellen Gedächtnisses zu bewahren und in lebendige Zentren für Dokumentation, Ausstellungen, Forschung sowie kulturelle und künstlerische Aktivitäten umzuwandeln. Damit soll das syrische bildnerische Erbe geschützt und für kommende Generationen zugänglich gemacht werden.
Das Atelier als Wahrzeichen des kulturellen Gedächtnisses
Minister Al-Saleh erklärte gegenüber SANA, das syrische Kunstschaffen sei „eine tragende Säule des gesellschaftlichen Bewusstseins und ein Ausdruck der kulturellen Präsenz Syriens in der Welt“. Die Stärkung dieser kulturellen Kraft beginne mit der Wiederbelebung jener kulturellen Einrichtungen, die vom ehemaligen Regime jahrzehntelang vernachlässigt und eingeschränkt worden seien, obwohl sie durch das Engagement ihrer Gründer überlebt und wesentlich zur gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung beigetragen hätten.
Er betonte, dass Fateh al-Moudarres zu den herausragenden Persönlichkeiten der syrischen Kunst gehöre und sein Atelier ein bedeutendes Symbol des kulturellen Gedächtnisses sei. Es sei Aufgabe des Kulturministeriums im Rahmen des kulturellen Wiederaufbaus, das Vermächtnis der Kunstpioniere zu bewahren und ihren Einfluss auf kommende Künstlergenerationen lebendig zu halten. Die Restaurierung des Ateliers bilde den ersten Schritt einer umfassenden Strategie zur Förderung der syrischen bildenden Kunst in ihrer ganzen Vielfalt.
Eine Schule neben der Kunsthochschule
Der Künstler Khaled Al-Attar, Mitglied der Damaskus-Stiftung für Kultur, Denken, Kunst und Entwicklung, erklärte, dass das Atelier im Stadtteil Al-Shaalan in Damaskus über fünf Jahrzehnte hinweg als eine Art zweite Kunstschule neben der Fakultät für Bildende Künste gedient habe. Zahlreiche bekannte Künstler seien dort ausgebildet worden und hätten die syrische Kunstszene nachhaltig geprägt.
Nach seiner Rückkehr nach Syrien nach elf Jahren im Exil habe für ihn die Wiederbelebung dieses historischen Ortes höchste Priorität gehabt. Das Atelier solle erneut ein kreativer Raum werden, in dem junge Künstler ihre Fähigkeiten entfalten und ihre Werke präsentieren können.
Schutz des künstlerischen Erbes
Der Künstler Issam Darwish, Leiter der Galerie des Fateh-al-Moudarres-Ateliers, erklärte, dass das 1967 gegründete Atelier zu den bekanntesten Kunstwerkstätten Syriens gehöre und eng mit einem der bedeutendsten syrischen und arabischen Künstler und Intellektuellen verbunden sei.
Nach dem Tod von Fateh al-Moudarres im Jahr 1999 sei das Atelier im darauffolgenden Jahr unter gemeinsamer Leitung seiner Ehefrau Shukran Al-Imam und weiterer Verantwortlicher wieder eröffnet worden. Seitdem diene es der Bewahrung seines künstlerischen Nachlasses, der Förderung zeitgenössischer syrischer Kunst und der Unterstützung junger Talente.
Darwish bezeichnete die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Atelier, der Damaskus-Stiftung sowie dem Kulturministerium als wichtigen Schritt zum Schutz des Vermächtnisses eines der bedeutendsten Vertreter der syrischen bildenden Kunst.
Ein Vermächtnis, das fortlebt
Fateh al-Moudarres (1922–1999) gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der modernen syrischen und arabischen Malerei. Er studierte an der Akademie der Schönen Künste in Rom sowie an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris und war später Professor an der Fakultät für Bildende Künste der Universität Damaskus. Dort prägte er Generationen syrischer Künstler und wirkte außerdem an der Gründung der syrischen Künstlergewerkschaft mit.
Seine Werke verbinden expressiven Abstraktionismus mit Symbolik und greifen Themen wie den Menschen, die syrische Landschaft, Geschichte und Mythologie auf. Dadurch erlangte sein Schaffen internationale Anerkennung; zahlreiche Museen und Kunstinstitutionen nahmen seine Werke in ihre Sammlungen auf. Auch mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Tod bleibt sein künstlerisches Erbe ein bedeutender Bestandteil der modernen syrischen Kunstgeschichte.








