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Kulturminister und Liqaa Makki gegenüber der Dimasheq: Syrien ist heute in der Lage, seine zentrale regionale und kulturelle Rolle angesichts der Umbrüche in der Region wieder einzunehmen

Juli 18, 2026
دمشقbyدمشق
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Dimasheq – Nachrichten – Haneen Kharsa

 

Der leitende Forscher am Al Jazeera Centre for Studies, Dr. Liqaa Makki, sowie der syrische Kulturminister Mohammed Yassin Al-Saleh erklärten gegenüber der Damascus News Platform, dass das neue Syrien die Voraussetzungen besitze, seine zentrale Rolle sowohl auf regionaler als auch auf kultureller Ebene wieder einzunehmen. Sie betonten zugleich, dass der Erfolg dieser Phase Stabilität, ein gestärktes gesellschaftliches Bewusstsein sowie den Aufbau eines umfassenden nationalen Projekts erfordere.

Die Erklärungen erfolgten am Rande eines Vortrags mit dem Titel „Syrien im aktuellen regionalen Konflikt“, der vom Kulturministerium in der Syrischen Nationalbibliothek organisiert wurde. Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe kultureller Aktivitäten, die das Bewusstsein für die gegenwärtige Phase stärken und Syriens Position im regionalen Umfeld sowie die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen in der Region beleuchten sollen.

Makki erklärte, Syrien nehme eine geopolitisch zentrale Position im Nahen Osten ein. Bislang sei es dem Land gelungen, sich von den unmittelbaren militärischen Folgen des regionalen Konflikts fernzuhalten. Dies zeige nach seiner Einschätzung die Fähigkeit des Staates, Stabilität zu bewahren und das Land aus Konflikten herauszuhalten, die den Entwicklungsprozess und die Vereinheitlichung staatlicher Institutionen behindern könnten.

 

Er erläuterte weiter, dass die regionale Lage weiterhin von zahlreichen möglichen Entwicklungen geprägt sei. Ob Syrien auch künftig von den Auswirkungen des Konflikts verschont bleibe, hänge von der weiteren Entwicklung in der Region ab. Zugleich verwies er darauf, dass das Land in den vergangenen Monaten wichtige Fortschritte bei seiner inneren Einigung, dem Ausbau seiner internationalen Beziehungen sowie der Aufhebung von Sanktionen erzielt habe, wodurch sich neue Chancen für die kommende Phase eröffneten.

Makki betonte außerdem, dass Syriens geografische, historische und politische Lage das Land zu einem unverzichtbaren Akteur in den regionalen Machtgleichgewichten mache. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Syrien die gegenwärtige Phase überwinden und die Chancen nutzen könne, die sich aus den regionalen Veränderungen ergeben, während es zugleich den bestehenden Risiken und Herausforderungen begegne.

 

Während des Vortrags erläuterte Makki die wichtigsten Entwicklungen, die zur heutigen regionalen Lage beigetragen haben, sowie die daraus resultierenden Veränderungen der regionalen und internationalen Kräfteverhältnisse. Er hob hervor, dass wirtschaftliche und strategische Projekte – insbesondere regionale Handelskorridore – inzwischen einen wesentlichen Einfluss auf politische Entscheidungen und Bündnisse ausübten. Die Wirtschaft sei zu einem zentralen Motor des geopolitischen Wettbewerbs geworden. Darüber hinaus betonte er, dass die Beendigung des Einflusses bewaffneter Gruppen außerhalb staatlicher Kontrolle zu den entscheidenden Faktoren bei der Neugestaltung der regionalen Ordnung gehöre. Ebenso unterstrich er die Bedeutung einer historischen und geopolitischen Analyse, um Syriens Rolle in der kommenden Phase besser zu verstehen.

 

Makki fügte hinzu, Syrien könne sich in den kommenden Jahren zu einer „Lokomotive des Wandels“ in der Region entwickeln. Regionale Veränderungen würden sich zwangsläufig auch auf Länder wie den Irak und den Libanon auswirken, da Syrien aufgrund seiner zentralen geopolitischen Lage eine Schlüsselrolle einnehme. Kein regionaler Wandel und keine Form regionaler Zusammenarbeit könne das Land umgehen. Voraussetzung hierfür bleibe jedoch die Stabilität der regionalen Lage.

 

Auf die Frage nach den größten Risiken für das neue syrische Modell erklärte Makki, die Herausforderungen kämen sowohl aus dem Inneren als auch von außen. Die Gegner der Revolution versuchten weiterhin, ihren Erfolg zu verhindern. Der Schutz ihrer Errungenschaften liege in erster Linie in der Verantwortung der Gesellschaft. Wörtlich sagte er: „Nicht das Militär, sondern die Menschen bewahren die Revolution, denn sie ist die bedeutendste historische Errungenschaft seit der Unabhängigkeit Syriens.“

 

Zudem hob Makki hervor, dass die hohe Beteiligung an kulturellen Veranstaltungen – insbesondere junger Menschen – die Lebendigkeit der syrischen Gesellschaft und ihre Verbundenheit mit Wissen und Bildung trotz der schwierigen Umstände der vergangenen Jahre widerspiegele.

 

Der Kulturminister Mohammed Yassin Al-Saleh erklärte seinerseits, das Ministerium arbeite daran, die Kulturdiplomatie auszubauen und Brücken der Zusammenarbeit mit den Ländern der Region und der internationalen Gemeinschaft zu schlagen. Ziel sei es, das Bild des neuen Syriens als Heimat von Kultur, Wissen und Kreativität zu stärken.

Al-Saleh sagte: „Das neue Syrien ist ein Ort der Schönheit, der Kultur und des Wissens – und zugleich ein Ort, von dem Lösungen ausgehen.“ Er betonte, das Land arbeite am Aufbau eines umfassenden nationalen Projekts, das auf nationaler Identität, Rechtsstaatlichkeit sowie den Werten von Bürgerschaft, Gerechtigkeit und Gleichheit beruhe.

 

Darüber hinaus erklärte der Minister, das Kulturministerium lege großen Wert auf die Organisation von Vorträgen und intellektuellen Veranstaltungen in der Nationalbibliothek. Die hohe Besucherzahl – selbst an Feiertagen und während der Sommermonate – zeige das große Interesse der Syrerinnen und Syrer an kulturellem und intellektuellem Austausch sowie den Wunsch, den nationalen Denkern und Fachkräften wieder den ihnen gebührenden Stellenwert einzuräumen, nachdem sie über Jahre hinweg an den Rand gedrängt worden seien.

 

Zum Abschluss des Vortrags wurde betont, dass die Wiederherstellung der regionalen und kulturellen Rolle Syriens ein gemeinsames Engagement staatlicher Institutionen und der Gesellschaft erfordere. Dadurch solle die Beteiligung Syriens an regionalen Kooperationsprojekten gestärkt und eine neue Phase geschaffen werden, die auf Stabilität, Kultur, Wissen und nachhaltiger Entwicklung basiert.

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  • دمشق
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