spot_img

ذات صلة

الأكثر مشاهدة

Das Al-Amal-Khani-Zentrum beleuchtet die Bedeutung frühkindlicher Reflexe für die motorische Entwicklung von Kindern

Dimasheq – Sonderbericht   Der Physiotherapeut Mohammad Abdul Ghani vom Al-Amal-Khani-Zentrum...

18 Bewegungspositionen zur Rehabilitation von Kindern und Förderung ihrer Selbstständigkeit im Amal-Khani-Zentrum für Autismus und Entwicklungsstörungen

Dimasheq – Sonderbericht   Die Fachtherapeutin Dania Samani arbeitet im Amal-Khani-Zentrum...

Logopädin im Amal-Khani-Zentrum: Wir fördern die Sprach- und Sprechfähigkeiten von Kindern durch individuelle Therapiepläne

Dimasheq – Sonderbericht   Azza, eine Logopädin mit einem Masterabschluss in...

Sicherheitsquellen dementieren Pläne zur Verlegung souveräner Ministerien aus Damaskus in andere syrische Städte

Dimasheq – Exklusiv   Sicherheitsquellen haben die Richtigkeit kursierender Meldungen dementiert,...

Ibrahim Al-Jubain: Moderne ist keine poetische Form – Die syrische Dichtung verdient eine Neubewertung

Dimasheq – Exklusiv

 

Der syrische Schriftsteller und Medienexperte Ibrahim Al-Jubain erklärte im Gespräch mit Dimasheq am Rande des Damaskus-Poesiefestivals, dass sich die Moderne in der Dichtung nicht über die Form des Gedichts, sondern über dessen geistige und ästhetische Vision definiere. Zugleich rief er dazu auf, die Entwicklung der syrischen poetischen Moderne ohne vorgefasste Urteile neu zu bewerten.

 

Al-Jubain sagte, eine Generation von Dichtern habe versucht, mit der damals vorherrschenden arabischen Literaturszene zu brechen und sich dabei teilweise auf politische Ideen und Ideologien gestützt, die jene Epoche stark geprägt hätten. Heute werfe dieser Entwicklungsweg berechtigte Fragen auf, ob sich die poetische Moderne auf natürliche Weise entwickelt habe oder eher einem „Bruch“ mit dem literarischen Erbe gleichkomme.

 

Er betonte, dass der Begriff der Moderne nicht auf Prosagedichte oder die formale Gestaltung eines Textes reduziert werden dürfe. Wahre Erneuerung liege vielmehr in der Vision, der Bedeutung und den poetischen Bildern – nicht in der äußeren Form des Gedichts.

 

Al-Jubain wies darauf hin, dass ein Dichter auch innerhalb klassischer Versmaße und traditioneller Formen moderne Texte verfassen könne. Als Beispiel nannte er die Erfahrung eines mauretanischen Dichters, der davon überzeugt gewesen sei, dass sich die klassische Struktur eines Gedichts bewahren lasse, während gleichzeitig zeitgenössische Bilder und moderne Perspektiven integriert werden könnten. Diese Idee verdiene seiner Ansicht nach besondere Aufmerksamkeit und weitere Diskussion.

 

Er fügte hinzu, dass die Beschränkung der Moderne auf nur eine Form des poetischen Schreibens ihr eigentliches Wesen einenge. Kreativität könne sich in unterschiedlichen künstlerischen Formen stets erneuern, sofern ein Text eine neue Vision und eine Sprache besitze, die den Geist der Gegenwart ausdrücken könne.

 

Abschließend unterstrich Al-Jubain die Bedeutung eines fortgesetzten kritischen Dialogs über die Entwicklung der arabischen Dichtung und der Moderne. Diese sei eine intellektuelle und kulturelle Frage, die weit über Unterschiede in literarischen Formen und Stilrichtungen hinausgehe.

spot_imgspot_img