Dimasheq
Das Kindi-Kino in der Stadt Latakia zeigt am Freitagabend, dem 14. August, den Dokumentarfilm „Erinnerung in Khaki“ des Regisseurs Al-Fawaz Tanjour. Der Film nähert sich der syrischen Erinnerung durch persönliche Zeugnisse und Geschichten, die die Auswirkungen von Angst, Repression und Exil sowie die Spuren jahrelanger Unterdrückung im Leben und im Gedächtnis der Syrer wieder aufgreifen.
Der Film betrachtet die syrische Erfahrung aus einer menschlichen und persönlichen Perspektive und verzichtet dabei auf eine unmittelbar politische Erzählweise. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die Angst und Repression erlebt haben und zu unterschiedlichen Zeitpunkten gezwungen waren, das Land zu verlassen. Ihre individuellen Erfahrungen werden zu einem Raum der Reflexion über das Gedächtnis einer ganzen Generation, die die tiefgreifenden Veränderungen Syriens miterlebt hat.
„Erinnerung in Khaki“ verfolgt einen poetischen Ansatz bei der Rückkehr in die Vergangenheit. Der Film greift Details aus dem Leben und den Erinnerungen seiner Protagonisten auf und verbindet sie mit den Gefühlen von Angst, Verlust und Entwurzelung. Dabei versucht er zu verstehen, wie traumatische Erfahrungen einen Menschen auch Jahre später weiter prägen, selbst nachdem er den Ort verlassen hat, an dem sie stattgefunden haben.
Der Film beschränkt sich nicht auf die Dokumentation einzelner Geschichten, sondern verbindet sie zu einem umfassenderen Bild der syrischen Erinnerung. Das Exil erscheint dabei als Fortsetzung der Erfahrung von Repression, während persönliche Erinnerungen zu einem Teil eines kollektiven Gedächtnisses werden, das dem Vergessen entgegenwirken und jene Stimmen zurückholen möchte, die verstummt oder zum Schweigen gezwungen worden sind.
Regisseur Al-Fawaz Tanjour stellt in seinem Werk die Fragen der Erinnerung der Vergänglichkeit der Zeit gegenüber: Wie bewahrt ein Mensch die Details der Angst, nachdem er den Ort bereits vor Jahren verlassen hat? Wann wird eine persönliche Erfahrung zu einem Zeugnis? Und was bleibt von der Vergangenheit im Leben der Menschen, die Repression und Exil erlebt haben?
Mit diesem Ansatz versteht der Film das Kino als ein Mittel zur Wiederaneignung von Erinnerung und als Raum für menschliche Geschichten. Er versucht, individuellen Schmerz in eine kollektive Erzählung zu verwandeln, die dem Vergessen widerstehen und die Erfahrungen im öffentlichen Bewusstsein lebendig halten kann.
Die Vorführung in Latakia findet im Rahmen einer Veranstaltung statt, die dem Publikum die Möglichkeit bietet, den Film zu sehen und sich mit einem der prägendsten Themen der zeitgenössischen syrischen Erinnerung auseinanderzusetzen. Dabei verbindet die Filmsprache dokumentarische Elemente, Zeugenaussagen und visuelle Reflexion.
„Erinnerung in Khaki“ wird am Freitag, dem 14. August 2026, um 20:00 Uhr im Kindi-Kino in Latakia gezeigt. Regie führte Al-Fawaz Tanjour.








