Exklusiv für Dimasheq
Die syrische Schauspielerin Yara Sabri, die an dem Theaterstück „Generalprobe zum Tag der Abrechnung“ mitwirkt, erklärte, dass das Schicksal der Frauen, die die Haft überlebt haben, nicht mit wenigen Worten beschrieben werden könne. Sie betonte: „Sie haben die Haft überlebt, aber sie haben das Leben noch nicht vollständig zurückgewonnen.“ Damit verwies sie auf die anhaltenden psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen, unter denen viele Betroffene weiterhin leiden.
Im Gespräch mit Dimasheq sagte Sabri, dass zahlreiche Überlebende mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert seien. Dazu gehörten der Mangel an medizinischer Versorgung, psychologischer Unterstützung und wirtschaftlicher Stärkung sowie der Verlust von Arbeit oder Ernährern der Familie. Deshalb liege es in der Verantwortung von Kunst und Medien, ihre Anliegen sichtbar zu machen.
Sie fügte hinzu, dass viele Frauen – sowohl jene, die in Syrien geblieben sind, als auch jene, die das Land nach ihrer Haft verlassen mussten – ihr Leben unter schwierigsten Bedingungen von Grund auf neu aufbauen mussten. Die bisher geleistete Unterstützung werde weder ihrem Leid noch ihrer Standhaftigkeit gerecht, die wesentlich dazu beigetragen habe, dass heute überhaupt offen über diese Themen gesprochen werden könne.
Sabri betonte weiter, dass mediale Interviews mit den Überlebenden zwar wichtig seien, jedoch nicht ausreichten. Sie forderte nachhaltige Medien- und Kulturprogramme sowie Initiativen, die ihre Geschichten und Bedürfnisse dauerhaft in den Mittelpunkt stellen.
Zudem wies sie darauf hin, dass die betroffenen Frauen mit einer doppelten Belastung leben: Neben den traumatischen Erfahrungen während der Haft seien einige auch mit gesellschaftlicher Stigmatisierung und patriarchalen Einstellungen konfrontiert. Manche seien von ihren Familien oder Ehemännern zurückgewiesen worden und hätten deshalb das Land verlassen und ohne psychische oder materielle Unterstützung ein neues Leben beginnen müssen.
Abschließend unterstrich Sabri, dass das Schicksal der Überlebenden politischer Haft auch künftig zu den wichtigsten Themen in Kunst, Kultur und Medien gehören müsse – neben weiteren humanitären Anliegen, die ebenfalls Aufmerksamkeit verdienen.







