Dimasheq
Das Gericht in Den Haag in den Niederlanden hat den ehemaligen Anführer der Miliz „Nationalverteidigung“, die dem ehemaligen syrischen Regime zugeordnet wird, Rafiq Al-Qatreeb, zu 26 Jahren Haft verurteilt. Er wurde wegen der Begehung von 19 Straftaten schuldig gesprochen, die als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft wurden. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit Verstößen, die zwischen 2013 und 2014 in der Stadt Salamiyah und deren Umgebung im ländlichen Raum von Hama begangen worden sein sollen.
Das Gericht stellte fest, dass das Urteil auf nachgewiesener Beteiligung von Al-Qatreeb an Folter, Vergewaltigung und sexueller Gewalt beruht, die sich gegen acht Opfer in drei Haftzentren in der Nähe von Salamiyah richteten. Er wurde jedoch von den Anklagen in Bezug auf ein neuntes Opfer freigesprochen, da die Beweislage als nicht ausreichend angesehen wurde.
Die Richter betonten, dass der Fall einen Präzedenzfall in den Niederlanden darstellt, da erstmals bestimmte Formen schwerer sexueller Gewalt als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft wurden. Sie hoben hervor, dass die Schwere der Verbrechen und das Ausmaß des Leidens der Opfer wesentliche Faktoren bei der Festlegung des Strafmaßes waren.
Gleichzeitig lehnte das Gericht die von den Opfern eingereichten Schadensersatzforderungen ab und erklärte, dass seine Zuständigkeit im Rahmen dieser Art von Strafverfahren keine Entscheidung über zivilrechtliche Entschädigungsansprüche umfasst.








