Dimasheq
Im Zusammenhang mit der Tötung der syrischen Staatsbürgerin Fatima Al-Nayef (aus Idlib) veröffentlichte Rechtsanwalt Adel Khaleyan eine Stellungnahme, in der die Umstände des Verbrechens gegen die verstorbene Fatima Mohammad Al-Nayef erläutert werden:
Stellungnahme von Rechtsanwalt Adel Khaleyan
In den sozialen Medien wurde ein Video verbreitet, das ein schockierendes Tötungsdelikt an der syrischen Staatsbürgerin Fatima Mohammad Al-Nayef dokumentiert. Gleichzeitig kursierten unzutreffende Informationen, wonach der Täter syrischer Staatsangehöriger oder ein Verwandter des Opfers gewesen sei.
Nach Rücksprache mit den Angehörigen der Verstorbenen und mit deren Zustimmung stellen wir die folgenden Fakten klar:
Die verstorbene Fatima Mohammad Al-Nayef war syrische Staatsbürgerin aus der Provinz Idlib. Sie war mit dem libanesischen Staatsangehörigen Ayman Al-Khader verheiratet und Mutter von zwei Kindern.
Ihr Ehemann wurde vor vier Jahren inhaftiert, nachdem er wegen des Mordes an seinem Onkel (dem Bruder seines Vaters) verurteilt worden war.
Nach Jahren des Wartens reichte Fatima Al-Nayef bei dem Scharia-Gericht in Tripoli eine Scheidungsklage ein. Sie erhielt schließlich ein rechtskräftiges Scheidungsurteil und bekam das Recht zugesprochen, ihre beiden Kinder einmal pro Woche zu sehen.
Nach Angaben ihrer Familie wurde ihr später der Kontakt zu ihren Kindern verweigert, es sei denn, sie würde zu ihrem ehemaligen Ehemann zurückkehren. Dies lehnte sie entschieden ab.
Die Familie bestätigt zudem, dass ihr Ex-Ehemann ihr aus dem Gefängnis heraus Drohungen übermittelt habe. Darin habe er angekündigt, Personen zu beauftragen, sie töten zu lassen, falls sie sich weigere, zu ihm zurückzukehren.
Nur vier Tage nach diesen Drohungen begab sich sein Bruder, Ismail Al-Khader (libanesischer Staatsangehöriger), laut Angaben der Familie zu ihrem Arbeitsplatz, verfolgte sie und schoss vorsätzlich mehr als fünfmal auf sie. Sie verstarb noch am Tatort.
Bei der Polizeistation Al-Mina in Tripoli wurde Strafanzeige gegen den mutmaßlichen Täter, seinen Bruder, der ihn begleitet haben soll, sowie gegen den inhaftierten Ex-Ehemann als Anstifter und Mittäter eingereicht. Die weiteren Ermittlungen liegen nun bei den zuständigen Justizbehörden.
Der Leichnam der Verstorbenen soll nach Syrien überführt und in ihrem Heimatort Deir Al-Gharbi bei Ma’arrat al-Numan in der Provinz Idlib beigesetzt werden.
Den vorliegenden Informationen zufolge hatte der mutmaßliche Täter bereits sieben Jahre im Gefängnis verbracht und war erst vor etwa einem Monat entlassen worden.
Wir appellieren an alle Medien und Nachrichtenplattformen, bei der Berichterstattung über dieses Verbrechen sorgfältig und verantwortungsbewusst vorzugehen und keine irreführenden oder unbestätigten Informationen zu verbreiten, insbesondere nicht die Behauptung, der Täter sei syrischer Staatsangehöriger.
Zudem fordern wir die zuständigen libanesischen Behörden auf, alle notwendigen rechtlichen Maßnahmen gegen die Beteiligten zu ergreifen, die vollständigen Umstände des Verbrechens aufzuklären und alle Verantwortlichen gemäß dem Gesetz zur Rechenschaft zu ziehen.
Möge Fatima Mohammad Al-Nayef in Frieden ruhen. Unser Mitgefühl und Beileid gelten ihrer Familie und ihren Angehörigen.
Rechtsanwalt Dr. Adel Khaleyan Damaskus, Syrien 10. Juni 2026








