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Ein musikalischer Dialog, harmonische Abstimmung und ein ständiger Austausch der Rollen prägten den klassischen Konzertabend des Fagott-Duos Tony Al-Amir und Nara Khanmeh. Dabei wurde dieses Blasinstrument auf neue Weise und ohne Begleitung präsentiert, indem das Duo ein vollständiges und speziell für diese Formation konzipiertes Musikprogramm aufführte. Das Konzert fand am Dienstagabend, dem 19. Mai 2026, auf der Bühne des Drama-Theaters der Oper von Damaskus statt.
Das Konzertprogramm zeichnete sich durch die Vielfalt seiner musikalischen Epochen und Emotionen aus – von Romantik über Trauer bis hin zu Freude und Humor. Auch die technischen Ausführungen wechselten zwischen schnellen und langsamen Rhythmen. Aufgeführt wurden Werke der französischen Komponisten Étienne Ozi, Henri Tomasi, Eugène Bozza und François Devienne. Darüber hinaus wurde eine Sonate des deutschen Komponisten Georg Philipp Telemann präsentiert. Den Abschluss bildeten Stücke des italienischen Komponisten Gioachino Rossini, bekannt durch die Oper „Der Barbier von Sevilla“, sowie ausgewählte Gesangskompositionen.
Tony Al-Amir beschrieb den Abend als eine neue Erfahrung sowohl für die Musiker als auch für das Publikum, da das alleinige Führen der Melodie durch das Fagott sich völlig von dessen Rolle in Begleitung anderer Instrumente unterscheide – insbesondere, weil hier beide Fagotte eine gleichwertige melodische Bedeutung tragen. Der Musiker betonte zudem, dass die Vielfalt des Programms die technischen Möglichkeiten des Instruments und seine unterschiedlichen Ausdrucksformen eindrucksvoll zur Geltung brachte.
Außerdem verdeutliche diese Duo-Präsenz die Dynamik, mit der die beiden Musiker miteinander umgehen. Wenn sich das Empfinden eines der beiden während des Spiels verändert und das Tempo schneller oder langsamer wird, müsse der Partner die Harmonie bewahren und alle Veränderungen begleiten – was keineswegs einfach sei.
Nara Khanmeh erklärte ihrerseits, dass diese Erfahrung sehr anspruchsvoll sei, da die vollständige Verantwortung für die Melodie getragen werde. Hinzu komme die dauerhafte Konzentration ohne Möglichkeit einer Pause oder der Kontrolle des Atems während des Spiels, was eine große Herausforderung darstelle.
Die Fagottistin wies darauf hin, dass das Besondere und Schöne an diesem Konzert darin liege, dass die beiden Instrumente trotz gleicher Größe und Bauart unterschiedlich klingen. Dies sei auf die individuelle Art jedes Musikers zurückzuführen, musikalische Phrasen zu gestalten und den Klang hervorzubringen. Da es sich um Blasinstrumente handelt, hängen sie stark von den körperlichen Fähigkeiten der Musiker ab. Dadurch wurde die eigenständige Persönlichkeit jedes Interpreten deutlich hörbar, trotz vollkommener Harmonie miteinander.
Nara Khanmeh äußerte außerdem ihre Freude darüber, gemeinsam mit ihrem Lehrer aufzutreten, der ihr das Fagottspiel von den ersten Grundlagen bis zur Professionalität beigebracht habe. Tony Al-Amir wiederum sprach von seinem Stolz auf seine Schülerin, die mit ihm ein Duo auf gleichem Niveau und gleicher Bedeutung bilde. Gleichzeitig rief er alle, die Fagott lernen möchten, dazu auf, nicht zu verzweifeln oder das Instrument als fremd oder schwierig zu betrachten, denn es habe einen ganz besonderen Klang und ziehe ein anspruchsvolles Publikum an.







