Damaskus Nachrichtenplattform – Nachrichten – Damaskus
Der Medienberater der syrischen Präsidentschaft, Dr. Ahmed Muwaffaq Zaidan, hat den Inhalt der Memoiren des ehemaligen syrischen Außenministers Farouk al-Sharaa kritisiert. Er erklärte, die Memoiren enthielten eine „verbissene Verteidigung“ des syrischen Diktators Hafez al-Assad sowie wiederholte Kritik al-Sharaas an den Staatsführern der Golfstaaten und Ägyptens, während gleichzeitig der iranischen Rolle Lob und Bewunderung ausgesprochen werde.
Dr. Ahmed Muwaffaq Zaidan schrieb in einem Beitrag auf seinen Social-Media-Konten, dass jeder, der die Memoiren von Farouk al-Sharaa lese, „verwundert, ja sogar schockiert“ sei über das Ausmaß der Verteidigung von Hafez al-Assad. Zudem habe Farouk al-Sharaa „die Führer der Golfstaaten und Ägyptens häufig verspottet und beschuldigt – mit oder ohne Anlass – in einer Weise, die unangemessen sei“, wie er es formulierte.
Weiter erklärte Zaidan, die Memoiren enthielten im Gegenzug wiederholtes Lob für den Iran. Dies bezeichnete er als „Verhalten blinder Gefolgschaft“. Abschließend kommentierte er mit den Worten: „Wie geduldig sie doch dem Feuer gegenüber sind … und ihre Herzen wurden vom Kalb erfüllt.“
Farouk al-Sharaa gilt als eine der bedeutendsten politischen und diplomatischen Persönlichkeiten des ehemaligen Assad-Regimes während der vergangenen Jahrzehnte und war mit entscheidenden Phasen der syrischen Politik sowie der arabischen und internationalen Beziehungen eng verbunden.
Farouk al-Sharaa wurde 1938 in der Stadt Daraa im Süden Syriens geboren. Er studierte Englisch an der Universität Damaskus, bevor er zunächst im wirtschaftlichen Bereich und später im diplomatischen Dienst tätig wurde. Seine berufliche Laufbahn begann bei der Syrian Arab Airlines, wo er Verwaltungs- und Marketingpositionen innehatte, ehe er in den 1970er-Jahren in den diplomatischen Dienst eintrat.
Al-Sharaa war syrischer Botschafter in Italien und wurde anschließend zum Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten ernannt. Im Jahr 1984 wurde er unter Hafez al-Assad Außenminister Syriens – ein Amt, das er rund 22 Jahre lang innehatte und damit zu einem der am längsten amtierenden Außenminister der arabischen Welt machte.
Während seiner Amtszeit spielte al-Sharaa eine zentrale Rolle in zahlreichen regionalen Fragen, insbesondere in den syrisch-libanesischen Beziehungen, den Friedensverhandlungen mit Israel sowie bei der Gestaltung der Beziehungen Damaskus’ zu den arabischen Staaten, dem Iran und den Vereinigte Staaten.
Im Jahr 2006 wurde er zum Stellvertreter von Bashar al-Assad ernannt und blieb während der ersten Jahre der syrischen Krise nach 2011 im Amt, bevor seine politische und mediale Präsenz schrittweise zurückging.








